06.11.2016

JU vor Ort "Aktuelle Agrarpolitik - Probleme und Herausforderungen"

Junge Union informiert sich bei Maria Biermeier über Landwirtschaft und deren Probleme

365 Tage im Jahr erzeugen die Landwirte mit viel Engagement und Herzblut qualitativ höchstwertige Lebensmittel. Um sich Informationen aus erster Hand zu holen, aber auch die Probleme mitzunehmen mit der die Landwirtschaft aktuell zu kämpfen hat, besucht der Kreisverband der Jungen Union mit seinem Vorsitzenden Tobias Beer zusammen mit den Bundestagskandidaten Thomas Erndl und JU-Niederbayern-Vorsitzenden Paul Linsmaier die Bezirks- und Kreisbäuerin Maria Biermeier auf ihrem Hof in Hörgolding bei Schwanenkirchen.

Zur Begrüßung am Hof bekam jeder die Möglichkeit ein Glas Milch aus der Produktion des Betriebs zu probieren. Martin Biermeier, der den Hof von seiner Mutter übergeben bekommen hat, erklärten den Besuchern, dass man auf den 70 ha des Hofes Silo- und Körnermais, Soja, Zuckerrüben, Weizen und Gerste anbaut und auch mehrere Hektar Wald bewirtschaftet. Im Stall der Milchkühe bekam man einen Einblick, wie moderne Milchwirtschaft mit Melkroboter aussieht, während nebenan die Bullen herangezogen werden. Durch die eigene Kälberaufzucht sorgt der Hof selber für Nachwuchs für die Kühe und Bullen.

Bei der anschließenden Diskussionsrunde mit Maria Biermeier waren auch die stellv. Kreisbäuerin Rosmarie Mattis, der Kreisobmann des Bauernverbandes Johann Siedersberger mit seinem Stellvertreter Josef Waas, sowie Franz Apfelbeck als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft Landwirtschaft der CSU mit dabei. Eine der ersten Fragen betraf die unterschiedlichen Preise für Lebensmittel in Europa. Wobei in Deutschland mit 11% des Konsums am wenigstens für Lebensmittel ausgegeben wird. Beispielsweise in Österreich haben die Verbraucher eine andere Einstellung zu den Lebensmitteln, während in Deutschland über viele Jahre das Motto „Geiz ist geil“ propagiert wurde und sich die Discounter mit den Preisen immer unterboten haben. Am Beispiel des Milchpreises wurde erklärt, dass ein bäuerlicher Betrieb in Bayern mit einigen Milchkühen einen anderen Milchpreis benötigt um kostendeckend zu arbeiten als ein GmbH-Betrieb im Norden oder Osten von Deutschland, wo mehrere hundert Tiere im Stall stehen.

Leicht positiv sieht man die Entwicklung bei den Auszubildenden. So stieg die Ausbildungsquote in den letzten Jahren wieder an. In diesem Zusammenhang erwähnten Maria Biermeier und Rosmarie Mattis auch, dass zusammen mit Bernd Sibler im Landkreis wieder die Ausbildungsrichtung Hauswirtschaft eingeführt werden soll. In den Schulen sind die Landfrauen auch aktiv um den Schülern die gesunde Ernährung und auch das Bewusstsein für regionale Produkte zu vermitteln. Auch das Thema Tiertransporte wurde angesprochen. Die Landwirte sehen es sehr bedenklich, dass durch Hygiene-Richtlinien die regionalen Schlachthöfe verschwunden sind. Beispielsweise müssen Rinder bis nach Waldkraiburg gefahren werden um sie zu schlachten.

Als Wunsch formulierten die Landwirte eine steuerliche Reform, so dass man entweder steuerliche Rücklagen in guten Jahren bilden kann um in schlechten Jahren diese wieder aufzulösen und so die steuerliche Belastung über die Jahre hin zu glätten. Sie wiesen auch daraufhin, dass an der Landwirtschaft in unserer Region auch die allgemeine Wirtschaft dranhängt, da man immer mit regionalen Betrieben zusammenarbeite, sei es bei der Hoferweiterung oder beim Einkauf von Düngern.

Am Ende der angeregte Diskussion bedankte sich der JU-Kreisvorsitzende Tobias Beer bei allen Teilnehmern und übergab zusammen mit Thomas Erndl Maria Biermeier als Dank für die Möglichkeit ihren Hof zu besichtigen einen Blumenstrauß und ein Glas Deggendorfer Rathaushonig. Mit dabei waren neben vielen interessierten Mitgliedern der Jungen Union aus dem ganzen Landkreis der stellv. JU-Bezirksvorsitzende Mario Besendorfer, der Kreisrat Stefan Stieglbauer, die JU-Ortsvorsitzenden Markus Jakob und Matthias Meindl sowie der stellv. CSU-Kreisgeschäftsführer Florian Roßmeisl.

Foto: Die Mitglieder der JU mit Paul Linsmaier (3.v.l.), Thomas Erndl (6.v.l.) und Tobias Beer (8.v.l.) im Stall des landwirtschaftlichen Betriebes von Maria Biermeier (1.v.r.)



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