22.01.2019

Der ÖPNV braucht ein Update

JU-Bezirksvorsitzender & mittelfränkischen Spitzenkandidat für die anstehenden Europawahlen Konrad Körner zu Gast

Gunzenhausen – Die Jungen Union Weißenburg-Gunzenhausen und der CSU-Ortsverband Gunzenhausen hat am vergangenen Montag zu einer Informationsveranstaltung über den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) ins Hotel „zur Post“ nach Gunzenhausen eingeladen. Mit dem mittelfränkischen Spitzenkandidat zur Europawahl und mittelfränkischen JU-Vorsitzenden Konrad Körner aus Herzogenaurach konnte der JU-Kreisvorsitzende Manuel Blenk einen sehr guten Referenten zu diesem Thema gewinnen, der sich durch große Fachkompetenz auszeichnete und das Positionspapier der mittelfränkischen JU zu dieser Thematik den zahlreichen Besuchern erläuterte.Der Jungen Union ist es besonders wichtig sinnvolle Anreize für eine intensivere Nutzung des ÖPNV zu setzen, ohne die Möglichkeiten des Individualverkehrs mit dem Auto einzuschränken führte Konrad Körner in das Thema ein. Dabei ist für ihn der ÖPNV kein weiches Thema mehr sondern ein wichtiger Standortfaktor zur Ansiedlung junger Familien und Arbeitskräfte. Für die Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land ist gerade im ländlichen Raum eine Verbesserung der Grundversorgung durch den ÖPNV unerlässlich. Die konkrete Ausgestaltung sollte jedoch den örtlichen Gegebenheiten durch individuelle und kreative Konzepte angepasst werden. Die komplizierte Struktur des VGN in der Region Mittelfranken ist dafür zu träge und kann mit den Herausforderungen der Zukunft nicht mehr mithalten. Die kommunalen Aufgabenträger müssen deswegen mehr Einfluss auf den VGN geltend machen. Der politische Prozess gerade für die Preis- und Tarifgestaltungen ist kaum mehr nachvollziehbar, eine politische Einflussnahme schwer möglich. Deshalb möchte die Junge Union die VGN GmbH in eine öffentliche Trägerschaft überführen und zum Mobilitätsdienstleister Mittelfranken ausbauen.

Moderne Preis- und Tarifgestaltung
Die Tarifgestaltung des VGN ist nicht zufriedenstellend. Seine komplizierten Tarifzonen mit dem Wabensystem sind nicht mehr zeitgemäß. Die Junge Union fordert eine Erneuerung des Tarifsystems im VGN. Hierfür schlagen die jungen Unionspolitiker ein System mit einer Unterteilung in wenige Zonen mit jeweils einheitlichen Tarifen vor, sodass jede Fahrt innerhalb einer Zone des VGN immer denselben Fahrpreis kostet. Eine Berücksichtigung von Kurzstrecken möchten wir weiterhin beibehalten.

Auch das „Drängen zum Abo“ ist ihrer Meinung nach nicht benutzerfreundlich. Für die Zukunft brauchen wir einen Verkehrsmix fordert Konrad Körner. Gerade im ländlichen Raum wird der öffentliche Nahverkehr nie das alleinige Verkehrsmittel sein können. Deswegen dürfen wir Gelegenheitsfahrten nicht länger unattraktiv machen. Hierzu benötigt das Tarifsystem die notwendige Einfachheit um auch von Gelegenheitsfahrern auf einen Blick erfasst werden zu können.

ÖPNV 4.0 – Digitalisierung im ÖPNV
Die Digitalisierung ist gerade für unsere Verkehrsprobleme die Lösung schlechthin. Durch intelligente Vernetzung von Verkehrsmitteln kann und muss der Verkehrsmix für das 21. Jahrhundert entstehen.

Bereits 2005 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung ein Konzept für ein digitales Fahrkartensystem gefördert. Mit dem e-Ticket Deutschland steht eine Lösung bereit an der auch der VGN beteiligt ist. Der Großraum Nürnberg muss eine Vorreiterrolle in der Digitalisierung des öffentlichen Nahverkehrs einnehmen fordert Konrad Körner.

Das autonome Fahren wird auch eine Herausforderung für den ÖPNV. Der ÖPNV wird sich deswegen grundlegend verändern, er wird aber nicht überflüssig werden. Die Vorteile von autonomen Fahrsystemen sind gerade durch den öffentlichen Nahverkehr als dessen Vorreiter zu nutzen. Die JU Mittelfranken wünscht sich daher nicht nur die vollständige Umstellung der U-Bahn in Nürnberg auf einen ferngesteuerten mittelfristig autonomen Verkehr, sondern auch eine Konzepterstellung für ein autonomes Fahrkonzept im VGN-Gebiet. In Zusammenarbeit mit der FAU und der Industrie sollen Linien erdacht werden die kurz-, mittel- und langfristig autonom befahren werden können.

In der sich an das Referat anschließenden Diskussion stellte sich heraus, dass Gunzenhausen mit seinen unterschiedlichen Angeboten wie Anrufsammeltaxi, Rufbus und Car-Sharing auf dem richtigen Weg ist und für Mittelfranken eine Vorreiterrolle übernommen hat. Der kaufmännische Leiter der Stadtwerke Gunzenhausen, Roland Dücker, gab dabei zu bedenken, dass ein kostendeckender ÖPNV nicht möglich ist und die die Landkreise als zuständige Träger auch die Mittel erhalten müssten um die flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Angeboten des ÖPNV auch sicher zu stellen. Dieser Aussage pflichtete auch Konrad Körner zu und bestätigte, dass ein besserer und zeitgemäßer ÖPNV zum Nulltarif nicht möglich ist.

Der CSU-Stadtrat Manfred Pappler erinnerte auch daran, dass eine Modernisierung des ÖPNV und eine Verbesserung des technischen Umweltschutzes ohne die Menschen in der betroffenen Region nicht funktionieren wird und bei den Planungen daher auf die Wünsche und Anforderungen der Bevölkerung vor Ort eingegangen werden muss indem sie frühzeitig an den Planungen beteiligt werden.

Zum Abschluss bedankte sich der Ortsverbandsvorsitzende Friedrich Kolb bei Konrad Körner für den interessanten Vortrag und bei der Jungen Union für ihr Engagement in diesem Themenbereich. Beim Thema Rufbus ist der Landkreis gefordert und es müssen hier auch landkreisübergreifende Angebote und Lösungen gefunden werden forderte der örtliche CSU-Chef.

Bericht: Klaus Heger



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