11.02.2017

Hahn: EU muss als politische Einheit auftreten

Verteidigungsexperte MdB Florian Hahn zu Gast beim Frühschoppen der Jungen Union

Eggenfelden. Er hat fast schon so etwas wie eine Tradition, der politische Frühschoppen der Jungen Union. Auch dieses Mal hat dabei im Restaurant des Kegelcenters ein prominenter Gast zu aktuellen politischen Diskussionen Stellung bezogen: MdB Florian Hahn, der für den Wahlbezirk München-Land in der dritten Wahlperiode im Bundestag sitzt. Der außen- und sicherheitspolitische Sprecher der CSU-Landesgruppe war auf Einladung des JU-Kreisverbandes sowie der Ortsverbände Eggenfelden und Gangkofen ins Rottal gekommen. Und der 44-Jährige überraschte vielleicht sogar den einen oder anderen Zuhörer im Saal: Obwohl die Bundestagswahl an-steht, gab es von ihm keine Parolen zu hören, kein „Hau-Drauf". Sachlich analysierte er aktuelle Problemfelder vor allem aus seinen Fachgebieten, der Verteidigungs-, Außen- und Sicherheitspolitik. Doch zunächst gab es erst ein-mal Lob für die Gastgeber. Die Junge Union bezeichnete Florian Hahn als einen „unentbehrlichen Motor der CSU". Die Mitgliedschaft in der Jungen Union sei nicht selten der Beginn einer „lebenslange Freundschaft mit der Politik". Er selbst wisse noch aus seiner Kindheit, wie man zur Weihnachtszeit Päckchen in die damalige DDR zu dort lebenden Verwandten geschickt habe. Als Jugendlicher habe er dann die

Wiedervereinigung erlebt: „Da war ich überzeugt, dass jetzt endlich die Demokratie gewinnt, dieser Schwung hat eine ganze Generation mitgetragen", sagte Hahn Aber im Laufe seiner politischen Laufbahn habe er erkennen müssen, dass dieser Traum sich nicht so einfach um-setzen habe lassen, im Gegenteil.

Blick auf Russland gibt Anlass zur Sorge

Aktuelle Entwicklungen gäben durchaus Anlass zur Sorge, so der Bundespolitiker, der diesen Gedanken am Beispiel Russlands analysierte: „Putin hat erkannt, dass sein Land aus eigener Kraft trotz seiner vielen Bodenschätze nicht vorwärts kommt, also setzt er andere Mittel ein, um wieder in der ersten Reihe der Weltmächte mit-spielen zu können." Dies sei auch der Grund für den Einmarsch auf das Gebiet der Ukraine gewesen, die einen engeren Anschluss an Europa gesucht habe. „Dieses Europa hat mit Russland einen großen Nachbarn, der an unserem Erfolg kein Interesse haben kann, weil die Angst besteht, der Einfluss Russlands auf andere Länder könnte noch mehr zurückgehen", meinte Hahn, der seit vier Jahren im CSU-Vorstand sitzt. Mit Blick nach China stellte Hahn fest, dass man es hier mit

einer Supermacht zu tun habe, die nur an eigenem wirtschaftlichen Erfolg interessiert sei und diesen mit allen Mitteln erreichen und halten wolle. Angesichts solcher Tendenzen mahnte er an, dass die Europäische Union sich wieder deutlich stärker als politische Einheit präsentieren müsse. „Die Aussagen eines Donald Trump, sich nicht mehr um Europa kümmern zu wollen, sind nicht der Beginn einer Veränderung, das hat auch schon Barack Obama gesagt, wenn auch viel-leicht mit anderen Worten", unterstrich Hahn und nannte den Krieg in Syrien als Beispiel „Syrien mit den großen Flüchtlings-strömen geht Europa ganz sicher etwas an — aber mitreden

können wir da überhaupt nicht", hielt er fest. Europa müsse sich also besser und stärker positionieren, um wahrgenommen zu werden. Dazu gehöre aber auch, etwas selbstbewusster zu werden. Hahn: „Wir waren vor allem in Deutschland noch nie so satt und reich, aber wir haben immer diese irrationalen Ängste, ob beim Freihandel oder bei der Digitalisierung oder in anderen Bereichen — eigentlich sind wir immer in Sorge", merkte er ironisch an. Zum Thema „Donald Trump" meinte Hahn: „Er ist jetzt Realität ist, wir müssen mit ihm und mit seinem Amerika umgehen". Bisher habe Europa zusammen mit Amerika in einer stabilen Wertegemeinschaft gelebt, diese dürfe man nicht verloren geben, im Interesse Europas und Deutschlands. MdL Reserl Sem, ebenso zu Gast wie Eggenfeldens 2. Bürgermeisterin Monika Haderer, Gangkofens Bürgermeister Matthäus Mandl, FU-Niederbayern-Vize Andrea Malota und Bundeswahlkreisgeschäftsführer Karl Altmann, erinnerte in ihrem Grußwort ans Jubiläum „70 Jahre Bayerische Verfassung". Frieden, Freiheit und Demokratie gebe es nicht umsonst, sagte sie. Man müsse immer etwas tun, um Erreichtes zu bewahren. Dies sei auch Aufgabe der jungen Generation und damit auch der Jungen Union.

Beim politischen Frühschoppen der Jungen Union: (von links) Paul Linsmaier (JU-Bezirksvorsitzender), Max Mayer (Geschäftsführer der JU Rottal-Inn), Referent MdB Florian Hahn, MdL und CSU-Kreisvorsitzende Reserl Sem, JU-Kreisvorsitzender Stefan Gruber und sein Stellvertreter Mario Besendorfer.



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