28.10.2016

JU zu Besuch bei Bischof Dr. Rudolf Voderholzer

Am Freitag besuchte eine kleine Runde der Jungen Union Niederbayern den Regensburger Bischof Dr. Voderholzer. 2, ½ Stunden nahm sich der Bischof für die Fragen der jungen Leute aus Niederbayern Zeit. Themen wie katholische Kindergärten, Homo-Ehe, PEGIDA & Obergrenze wurden diskutiert. Aus dem Kreisverband Deggendorf waren der Bezirksvorsitzende der JU-Niederbayern Paul Linsmaier, der Deggendorfer Kreisvorsitzende Tobias Beer und Julien Pursch dabei.

Der Bischof stellte zu Beginn klar, dass er über jeden engagierten Jungen Menschen froh ist, und es auch die Aufgabe der Kirche sei, dieses Engagement zu fördern. „Die Demokratie, in der wir leben ist sicher die beste Staatsform, die wir haben können. Es ist außerordentlich notwendig, dass sich Menschen in der Politik engagieren. Ich setze große Hoffnung und Erwartungen in all die jungen Menschen, die sich in der Politik oder in katholischen Verbänden engagieren, um Verantwortung für unsere Gesellschaft zu übernehmen“

Das Aufeinandertreffen von Kirche und Statt bereitet vielen Bürgern Kopfschmerzen. Es stellte sich also die Frage, die oft von einigen Bürgern gestellt wird: Warum denn die Kirche Kindergärten oder andere caritative Einrichtungen betreibe und nicht z. B. öffentliche Träger? Der Bischof antwortete, dass die Kirche das Subsidiaritätsprinzip in Anspruch nehmen könne, und somit die Pflicht und das Recht besitzt diese Einrichtungen zu betreiben. Ein Recht dabei sei aber, diese Einrichtungen in Verbindung mit dem Christlichen Glauben zu setzen. „Eltern sollten bewusst entscheiden können, ob sie ihr Kind in einen Kindergarten in der Trägerschaft der katholischen Kirche oder eines freien Trägers schicken wollen. Die Kirche möchte hier keine Monopolstellung einnehmen. Ein freier Wettbewerb auf diesem Gebiet kann nicht schaden“ so der Bischof. Was allerdings nicht stimme, dass der Staat der Kirche bei der Refinanzierung komplett entgegen komme. „Dies sei ein Irrglaube“ erläuterte Bischof Voderholzer.

Der Bischof folgt in dem Thema der „Homo-Ehe ganz klar der Line der Deutschen Bischofskonferenz. Die Ehe von Mann und Frau muss in den besonderen Schutz des Gesetzes gestellt werden. Die Erziehung der Kinder solle in der Ehe zwischen Mann und Frau erfolgen. „Der Staat habe dafür zu sorgen, dass es in Zukunft Menschen gäbe, die Rentenbeiträge zahlen. Eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft ist dazu nicht geeignet“ mahnte der Bischof. Tobias Beer fügte an, dass auch in der Jungen Union Bayern, eine solche Entscheidung getroffen worden sei. Das Grundsatzprogramm der JU Bayern sieht vor, dass es die Ehe nur zwischen Mann und Frau geben dürfe. Diese Entscheidung sei sehr knapp ausgegangen.

Der Bischof hat „Bauchschmerzen“ wie er es ausdrückt, wenn er an PEGIDA und die „Rettung des Abendlandes“ denkt. Er ist der Meinung, dass wir uns mehr auf unsere eigene Identität kümmern sollten und uns weniger damit befassen, was da kommt. Wenn wir selbst fest im Glauben verankert sind, kann uns doch nichts geschehen. Julien Pursch stellte dem Bischof die Frage: Warum denn im katholischen Religionsunterricht nicht wirklich mehr über das katholische Gesprochen wird? „Ich kenne mich in dem Islam besser aus als in meiner eigenen Religion“ fügte Julien Pursch an. Diesen Satz höre er öfter von Mittelschülern bis Gymnasiasten. Der Bischof antwortete darauf, dass er bestimmt nicht hier säße, hätte er keinen guten Religionsunterricht genossen. Es sei wichtig, dass was man im Religionsunterricht hört und lernt auch zu erfahren, nur so könne man eine eigene starke Identität besitzen.

Herr Voderholzer wurde beim Thema Obergrenze sehr deutlich. Da seine Familie selbst einmal fliehen musste, weiß er genau, um was es geht. Seine Familie stammte aus Böhmen ab, die nach dem zweiten Weltkrieg ebenfalls fliehen musste. Der Bischof weiß, wie es sich anfühlt, vertrieben, verachtet oder gar heimatlos zu fühlen. Er hoffe darauf, dass nach Ende des Krieges viele Menschen wieder in ihre Heimatländer zurück kehren und helfen das Land, ihre Heimat, wieder aufzubauen. Flüchtlingsursachen müssen jetzt bekämpft werden und nicht erst dann, wenn es wieder zu spät sei, so der Bischof. Der Begriff bzw. eine Obergrenze sei „symbolisch“ zu betrachten, als Signal, an besorgte Bürger aber auch an Flüchtende. Was allerdings nicht geschehen darf, dass die Bundesrepublik handlungsunfähig wird, durch nichtmögliche Koalitionen oder durch tiefe Streitigkeiten der politischen Verantwortungsträger. Eine unbegrenzte Zuwanderung gäbe es nicht, so Voderholzer. Dennoch muss gelten: „Jeder Mensch, der Hilfe braucht, soll diese auch bekommen.“ Paul Linsmaier fügte noch ein Zitat des Bundespräsidenten an: „Unser Herz ist groß, doch unsere Möglichkeiten endlich“

Zum Schluss des Gespräches überreicht der Bezirksvorsitzende Paul Linsmaier dem Bischof noch ein kleines Geschenk aus Niederbayern. Einen Bärwurz aus Passau brachten die JUler dem Bischof mit. Er bedankte sich herzlichst und überreichte den Jungen Politikern jeweils 2 Bücher von denen er einige sogar auf Wunsch persönlich signierte.



PNP-Artikel

bischof-voderholzer, paul-linsmaier, tobias-beer, julien-pursch
linsmaier.jpg
beer.jpg
pursch.jpg