Lebhafter Austausch bei „Nah dran oder abgehoben – wie funktioniert Sterneküche?“ in
Rothenburg
Mit großem Interesse und reger Teilnahme fand der Gesprächsabend „Nah dran oder abgehoben –
wie funktioniert Sterneküche?“ mit Sternekoch Christian Mittermeier und dem JU-Kreisvorsitzenden
Valentin Huber in der „Blauen Sau“ statt.
Die Veranstaltung entstand aus dem Wunsch heraus, einen ehrlichen Blick hinter die Kulissen der
Sternegastronomie zu ermöglichen. Auf den ersten Blick mag Spitzengastronomie für viele Menschen
abgehoben wirken, doch der Abend zeigte: Sie ist tief in der Region verwurzelt und verbindet
Handwerk, Teamarbeit, Verantwortung und gesellschaftliches Engagement.
Valentin Huber interviewte Christian Mittermeier dabei entlang mehrerer inhaltlicher Schwerpunkte,
die immer wieder zu lebhaften Diskussionen auch mit dem Publikum führten. Zunächst ging es um
die gesellschaftliche Rolle von Sterneküche und den Bezug zur Region. Christian Mittermeier erklärte,
wie Verantwortung in seiner Küche gelebt wird, welchen Einfluss die Gastronomie auf die Menschen
und die Wirtschaft vor Ort hat und welche praktischen Effekte die konsequente Zusammenarbeit mit
regionalen Produzenten mit sich bringt. Dabei wurde deutlich, dass Spitzengastronomie weit mehr ist
als Genuss: Sie prägt Identität, Wirtschaft und Gemeinschaft.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Vielfalt im Team und der Weitergabe von Wissen. Mittermeier
schilderte, wie er bewusst auf unterschiedliche Talente, Hintergründe und Stärken in seinem Team
setzt und wie wichtig ihm die fachliche und persönliche Ausbildung junger Köche ist. Aus diesen
Gesprächen entstand eine intensive Diskussion darüber, wie Gastronomie und Ausbildung in der
Region voneinander profitieren können und welchen Beitrag Know-how-Transfer für die Gesellschaft
leistet.
Danach richtete sich der Blick auf die Vernetzung und den Tourismus in der Region. Es zeigte sich,
dass Dinkelsbühl und Rothenburg bereits eng zusammenarbeiten und gemeinsam als touristische
Highlights des Landkreises ein starkes Aushängeschild für Besucher von außerhalb bilden. Gleichzeitig
wurden Unterschiede in Struktur und Ausrichtung beider Städte diskutiert, was neue Perspektiven für
künftige Zusammenarbeit eröffnete.
Abschließend ging es um die Herausforderungen im Personalbereich und die Zukunft der
Gastronomie. Fachkräftemangel, politische Rahmenbedingungen und die tägliche harte Arbeit eines
Sterneküchenbetriebs standen im Fokus. Christian Mittermeier betonte, dass Leistung, Disziplin und
Verantwortung täglich gelebt werden müssen und dass alle im Team die Möglichkeit haben sollen,
sich einzubringen und Ideen umzusetzen.
Zudem erläuterte Mittermeier, warum er sich bewusst dazu entschlossen hat, politisch sichtbarer
aufzutreten: Ihm sei der Dienst an der Demokratie wichtig, und er wolle gesellschaftlichen Tendenzen
aktiv entgegenwirken, die den Zusammenhalt gefährden.
Valentin Huber unterstrich dies pointiert:
„Wer Leistung fordert, muss auch Rahmen schaffen. Wenn wir wollen, dass Menschen Verantwortung
übernehmen, Betriebe ausbilden und Regionen stärken, dürfen wir sie nicht mit Bürokratie lähmen.
Politik muss ermöglichen – nicht bremsen.“
Das Gesprächsformat zeigte eindrucksvoll, wie nahbar Sterneküche tatsächlich ist und wie sehr
Gastronomie zu Ausbildung, Austausch, Vernetzung und gesellschaftlicher Verantwortung beiträgt.