Zuschussrente ist nicht solidarisch!

Geschrieben von JU Bayern am Montag, 03 September 2012. veröffentlicht in Offensive.Generationen.Gerechtigkeit.

Für ein generationengerechteres Rentensystem!

Bundesministerin Ursula von der Leyen hat mit dem Vorstoß zur Einführung einer Zuschussrente eine wichtige Debatte angestoßen. Das Thema ist deshalb so wichtig, weil immer mehr Menschen, auch jene, die über viele Jahre mit einem durchschnittlichen Einkommen in das Rentensystem eingezahlt haben, mit einer relativ geringen Rente leben müssen. Diese Entwicklung wird sich mit der steigenden Zahl an Rentnern und der damit verbundenen Verringerung der Beitragszahler in Zukunft noch verschärfen.

Um dieses Problem zu lösen, schlägt die Ministerin für Arbeit und Soziales die Einführung einer Zuschussrente vor, die die erworbene Rentenleistung falls nötig auf bis zu 850 Euro aufstocken soll. Auf den ersten Blick klingt das nach einem vernünftigen Vorschlag, doch wer genauer hinsieht, muss feststellen, dass diese Maßnahme nur ein System zementieren würde, dass ohnehin mehr als ungerecht ist, weil es den jungen Generationen eine enorme Last aufbürdet.  Auch die Zuschussrente wäre allein durch die bestehenden Beitragszahler zu finanzieren, die ohnehin schon in ein System einzahlen, von dem sie kaum mehr erwarten, dass sie selbst noch etwas daraus erhalten werden.

Die JU Bayern hat bereits vor einiger Zeit auf dieses generationenUNgerechte und wenig zukunftsfähige System hingewiesen und u.a. mit der Senioren Union ein Konzept vorgelegt, das die Altersversorgung sichert, Altersarmut verhindert und Generationengerechtigkeit gewährleistet. Wir müssen unser Rentensystem auf ein Drei-Säulen-Modell umstellen, das aus gesetzlicher Vorsorge, freiwilliger Vorsorge und einer Beitragspflicht zu ergänzenden Vorsorgemaßnahmen besteht. Ziel muss es sein, dass mit stabilen Beiträgen und einer breiter gefächerten Vorsorge ein generationengerechtes System etabliert wird, das den Beitragszahlern auch ein gebührendes Auskommen im Alter sichert.

Die Einführung einer freiwilligen Spätrente könnte zudem das aktuelle Rentensystem entlasten und auch dem Fachkräftemangel entgegenwirken. Das Modell der flexiblen Spätrente erlaubt es Arbeitnehmern, falls gewünscht länger in ihrem Beruf zu arbeiten und dabei Sozialversicherungsbeiträge zu zahlen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang vor allem das Mehr an Flexibilität. Weil die Arbeitnehmer langsam, je nach Wunsch, ihre Arbeitszeit reduzieren können und schrittweise Verantwortung an Nachfolger abgeben können, wird das relativ starre Renteneintrittssystem aufgelöst und Fachwissen und Erfahrung können Unternehmen länger erhalten bleiben.

Unsere Argumente haben wir für Euch in einer Infografik zusammengefasst. Die vollständigen Positionspapiere sind dort ebenfalls verlinkt.

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