02.04.2016

Junge Union diskutiert mit Landrat Reuter über Asylpolitik


Kleinostheim/Landkreis Aschaffenburg. Über „Asylpolitik und Wirkung vor Ort“ haben Landrat Ulrich Reuter und die Junge Union des Landkreises Aschaffenburg am Samstag im Alten Feuerwehrhaus in Kleinostheim diskutiert.

In seinem Vortrag berichtete Reuter über die Entwicklung der gestellten Asylanträge seit 1991. Diese stiegen vom Tiefststand 19000 (2007) über 64000 (2012) auf 442000 (2015). Landrat Reuter erläuterte, dass es sich dabei um gestellte Anträge handele. Im Jahr 2015 seien rund 1 Million Flüchtlinge nach Deutschland gekommen, die ihre Asylanträge noch nicht alle stellen konnten.

Von rund 66000 Flüchtlingen, die im Februar 2016 Deutschland erreichten, kommen laut Reuter die meisten aus Syrien (33000), dem Irak (10000) und Afghanistan (7000). Grundsätzlich werde beim Asyl zwischen dem Schutz von Asylberechtigten, Flüchtlingsschutz, subsidiärem Schutz und Ausländern mit festgestelltem Abschiebeverbot unterschieden. Dies werde in der öffentlichen Diskussion laut Reuter häufig vermischt. Im Februar wurde über mehr als 51000 Asylanträge entschieden, wovon 66 Prozent bewilligt wurden. Darunter sind 65 Prozent Flüchtlinge, 0,4 Prozent Asylberechtigte, 0,5 Prozent fallen unter den subsidiären Schutz und 0,6 Prozent unter das Abschiebungsverbot.

Die Verteilung der Asylbewerber erfolgt in Deutschland nach dem Königsteiner Schlüssel, der sich nach Bevölkerungsstärke und Wirtschaftskraft der Bundesländer richtet. Demnach entfallen 15,5 Prozent der Asylbewerber auf Bayern, wovon 10,8 Prozent nach Unterfranken und davon wiederum 12,7 Prozent in den Landkreis Aschaffenburg kommen. Das heißt, dass bei 500000 Asylbewerbern 1050 auf den Landkreis entfallen. Momentan sind 1700 Asylbewerber im Landkreis untergebracht (davon 845 aus Syrien, 305 aus Afghanistan und 105 aus der Ukraine). Diese werden in 103 dezentralen Unterkünften und zwei Teil-Gemeinschaftsunterkünften in 27 Gemeinden untergebracht.

Das „Aschaffenburger Modell“ wird laut Reuter dadurch charakterisiert, dass es nur vereinzelt größere Objekte in einzelnen Gemeinden gibt, sondern möglichst kleinere Einheiten in Pensionen oder Mehrfamilienhäusern eröffnet werden. Die Verteilung erfolgt so auf viele Gemeinden, was auch die Einbindung in das tägliche Leben erleichtere.

"Die größte Herausforderung wird darin bestehen, den anerkannten Menschen eine vernünftige Bleibeperspektive und Integrationschance zu eröffnen. Dazu zählen die Wohnsituation, die berufliche Einbindung und die Bildung und Ausbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen."

Mehr Fotos und eine Fotogallerie zur Veranstaltung in unserem Flickr-Kanal: https://www.flickr.com/photos/juaschaffenburgland



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